Das Diakoniewerk

Wir sind anerkannter freier Träger der Wohlfahrtspflege. Das Diakoniewerk Jerusalem e.V. ist Mitglied im Diakonischen Werk.

Unser Leitbild

Nach einem Leitungswechsel befindet sich unser Leitbild aktuell in der Überarbeitung.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Organisation

  • Einrichtungsleitung
    • Nicolette Borcherding
  • Bereichsleitung Jugendhilfe
    • Klaus Müller
  • Bereichsleitung Jugendhilfe
    • Karen Meyer
  • Bereichsleitung Jugendhilfe
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Geschichte

Zum Träger Diakoniewerk Jerusalem e.V.

Im Folgenden bekommen Sie in Form einer kurzen Rückschau einen kurzen Abriß zur Entstehung des Trägers „Diakoniewerkes Jerusalem e.V. Hamburg“ und insbesondere zur Geschichte der Jugendhilfe im Diakoniewerk Jerusalem e.V.

 

Zur Kinder- und Jugendhilfe im Diakoniewerk Jerusalem e.V.

1949

Die Kinder- und Jugendhilfe im Diakoniewerk Jerusalem e.V. Hamburg hat ihren Ursprung in der Errichtung des evangelischen Kinderheimes Bevensen, das im Jahre 1949 eröffnet wurde.

Die Schwesternschaft des Diakonissenhauses Jerusalem schuf damals – in Zusammenarbeit mit der Judenchristlichen Allianz und dem Diakonissenmutterhaus in Bern (Schweiz) – für notleidende Kinder rassisch Verfolgter und für Waisen eine Erholungs- und Heimstätte.

Die damalige Oberin Albertine von Cölln setzte sich dafür ein, ein Haus außerhalb des zerbombten Hamburg zu finden. Durch Verwandte der Oberin, die in Bad Bevensen ansässig waren, konnte man dort schließlich ein 17.000 qm großes Wald- und Heidegrundstück am Rande des Ortes erwerben. 

Einweihung Kinderheim Jerusalem

Am 08. Juli 1949 fand die festliche Einweihung des „Kinderheimes Jerusalem“ statt.
In einer ca. 230 qm großen Baracke befanden sich damals Schlafräume für 21 Kinder, 5 Diakonissen (Betreuung und Küche) und 2 Haustöchter. 

Albertinenhaus

Am 15. Juli 1949 wurde die Baracke dann von den ersten 21 Kindern im Alter von 3 bis 14 Jahren bezogen, die nicht nur aus Hamburg sondern über die Judenchristliche Allianz auch aus anderen Städten (Hannover, Nürnberg usw.) kamen. Die Kinder blieben i.d.R. 4 Wochen.
Das Haus erhielt später den Namen „Albertinenhaus“ nach der Gründeroberin Albertine. 

Schweizerhaus

Mit finanzieller Hilfe des Berner Diakonissenhauses wurde auf einem anderen Teil des Geländes im Januar 1949 der Grundstein für ein massives Haus gelegt.

Schon während der Bauphase dieses sog. „Schweizerhauses“ (weil es mit Hilfe der Schweiz erbaut wurde) fragten die Jugendämter nach Unterbringungsmöglichkeiten an, da inzwischen viele Kinder den Säuglingsheimen entwachsen waren.
So fanden dann im Januar 1950 nach Fertigstellung des Hauses 24 Sozialwaisen ein Zuhause.
Die Zweijährigen wurden vom Säuglingsheim gebracht. Der Tagespflegesatz betrug 2,50 DM Taschengeld und Extraanträge gab es nicht. Viel später gab es dann eine Kleiderkammer bei der Jugendbehörde, wo man eine spärliche Ersteinkleidung erhielt. 

Zu einem „Zuhause“ wurde es für die Kinder hauptsächlich dadurch, dass Diakonissen mit ihnen zusammen lebten und jedes Kind eine Patin im Diakonissenmutterhaus in Hamburg hatte. Bis heute noch bestehen enge Kontakte zu einigen dieser „ehemaligen Kinder“ und ihren Familien. In den folgenden Jahren wurde das Haus durch Anbauten erweitert (Verwaltungs- und Wirtschaftsbereich sowie Eßzimmer und Wohnräume).

Elisabethhaus

1966 wurde das Elisabethhaus (nach der zu der Zeit amtierenden Oberin Elisabeth benannt) mit 40 Plätzen gebaut und im Jahr 1969 das noch als Baracke existierende aber unbewohnte Albertinenhaus abgerissen und neu erbaut. Zu dieser Zeit wurden in den Häusern auf dem Grundstück Röbbeler Straße 20 bis zu 72 Kinder und Jugendliche in 7 Gruppen betreut.

1966 bis heute

Elisabethhaus

1966 wurde das Elisabethhaus (nach der zu der Zeit amtierenden Oberin Elisabeth benannt) mit 40 Plätzen gebaut und im Jahr 1969 das noch als Baracke existierende aber unbewohnte Albertinenhaus abgerissen und neu erbaut. Zu dieser Zeit wurden in den Häusern auf dem Grundstück Röbbeler Straße 20 bis zu 72 Kinder und Jugendliche in 7 Gruppen betreut.

1983 bis Heute

Im Verlauf der Jahre änderte sich vieles. Die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen wurden erheblich schwieriger und komplexer. Es wurden zunehmend Kinder und Jugendliche betreut, die zum Teil erhebliche Auffälligkeiten im sozialen sowie im Leistungsbereich aufweisen, u.a.:

  • Störungen im Eltern-/Kindverhältnis z.B. durch emotionale Unterversorgung;
  • Beziehungsstörungen im frühen Kindesalter, Kindesmißhandlung und/oder Kindesmißbrauch;
  • Überversorgung im materiellen Bereich (Verwöhnungsverwahrlosung) oder Unterversorgung mit der Folge von Deprivation (Verwahrlosung).
  • Störungen im Lern- und Leistungsbereich

In den Jahren 1982 und 1983 begann die Umstrukturierung des Kinderheims in ein Verbundsystem verschiedener, durchlässiger Hilfeformen.
Die eher zentrale Versorgungssituation der Kinder wurde nun in Richtung Eigenversorgung umgewandelt durch:

  • Ausstattung der Räume mit Küchen
  • kleinere Wohnräume
  • eigenes Haushaltsbudget
  • die Möglichkeit zur Selbstversorgung 

Die später im Kinder- und Jugendhilfegesetz (heute SGB VIII) benannten Hilfen zur Erziehung wurden bereits im Vorfeld im Diakoniewerk Jerusalem e.V. verwirklicht und später weiter ausgebaut.

Heute bieten wir u. a. folgende Hilfeformen an:

  • Verselbständigungsgruppen für ältere Jugendliche 
  • Wohngruppen mit integrativer Beschulung
  • Mutter-Kind Betreuung 
  • Familiengruppen 
  • Stand-by-Betreuung 
  • Jugendhilfezentren 
  • Therapeutische Wohngruppen
  • Therapeutische Mädchenwohngruppe
  • Integrative Beschulung von Kindern und Jugendlichen
  • Nachschulische Tagesbetreuung von Grundschülern

Insgesamt betreut unsere Kinder und Jugendhilfe heute ca. 130 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Betreuungsformen in Hamburg und Schleswig-Holstein, in den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Stendal.

Unser Ziel ist es heute, die Hilfen verstärkt im Lebensfeld, im Sozialraum der Kinder und deren Familien zu geben.
Wir betreuen aber auch weiterhin Kinder und Jugendliche, die nicht in ihrem Sozialraum verbleiben können und die Chance bekommen sollten, sich einen neuen tragfähigen und beständigen Sozialraum (oder besser „ein Zuhause“) schaffen zu können.

Das unsere Mitarbeiter während der vielen Jahren gute und qualifizierte
Beziehungsarbeit geleistet haben, wird deutlich an Aussagen von Briefinhalten, die wir zum 60-jährigen Jubiläum von Ehemaligen Betreuten erhalten haben:

Mädchen 1955 bis 1970:
Bevensen war in den 15 Jahren mein Zuhause, es war immer jemand für mich da.

Jugendliche 1968 bis 1975:
Wir waren 10 bis 12 Kinder in der Gruppe. Man hat in dieser „Familie“ soziales Lernen gelernt, was viele heute erst viel später lernen. Wir haben viel Liebe, Fürsorge, Geborgenheit, Anerkennung und auch Grenzen erfahren.
Man wurde gemocht, so wie man war.
Es war ein Zuhause für mich, weil ich dort Gemeinschaft erfahren habe.

Jugendliche 1983 aufgenommen, bis 1992 betreut:
Wir haben zusammengelebt, wie in einer Familie. Ich fühlte mich wirklich zuhause. Es war richtig, dass ich in ein Heim gekommen bin. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren. Die Jugendliche ist heute Polizistin und lebt in einer harmonischen Partnerschaft.